Maryam Bint Imran

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Maria (arab.: Mariam Bint 'Imran), Tochter 'Imrans[A 1], war die Mutter des Propheten Jesus (Friede sei mit ihm).

Der Quran schildert Maria (Friede sei mit ihr) nicht nur in ihrer Rolle als Mutter des Propheten Jesus, sondern beschäftigt sich auch mit der Geburt Marias und ihrer Kindheit. Maria ist für die muslimischen Frauen ein Vorbild an Tugendhaftigkeit und Rechtsschaffenheit. Im Quran ist eine Sure nach ihr benannt, die Sure "Mariam". Eine weitere Sure ist nach der Familie ihres Vaters "die Sippe Imrans" genannt. Maria ist die einzige Frau, die Quran namentlich genannt wird.


Marias Geburt und Kindheit[Bearbeiten]

Die Mutter Marias konnte zunächst keine Kinder bekommen, daher gelobte sie Allah, dass, wenn er ihr ein Kind schenken würde, sie dieses für den Dienst im Tempel weihen würde. Damals war es üblich, Jungen in den Dienst des Tempels von Jerusalem (arab. Bait al-Maqdis) zu stellen.

"Gewiss, Allah hat Adam und Noah (Nuh) und die Sippe Ibrahims und die Sippe 'Imrans vor den (anderen) Weltenbewohnern auserwählt, (*) eine der anderen Nachkommenschaft. Und Allah ist Allhörend und Allwissend.(*) Als 'Imrans Frau sagte: „Mein Herr, ich gelobe Dir, was in meinem Mutterleib ist, für Deinen Dienst freigestellt. So nimm (es) von mir an! Du bist ja der Allhörende und Allwissende." " (Quran 3:33-35)

Allah erhörte das Bittgebet und Marias Mutter brachte Maria zur Welt. Marias Mutter war zunächst überrascht, da sie an einen Jungen gedacht hatte, den sie dem Tempel weihen würde.

"Als sie sie dann zur Welt gebracht hatte, sagte sie: „Mein Herr, ich habe ein Mädchen zur Welt gebracht." Und Allah wusste sehr wohl, was sie zur Welt gebracht hatte, und der Knabe ist nicht wie das Mädchen. „Ich habe sie Mariam genannt, und ich stelle sie und ihre Nachkommenschaft unter Deinen Schutz vor dem gesteinigten Satan."" (Quran 3:36)

Allah wusste sehr wohl, dass es ein Mädchen war, denn er hatte ihre Tochter, Maria, für eine großes Wunder bestimmt: die jungfräuliche Geburt des Propheten Jesus.

Maria wuchs im Tempel unter der Betreuung des Propheten Zakariyas[A 2] (Friede sei mit ihm), des Vaters von Yahya, auf. Ihr wurde ein separater Raum zur Verfügung gestellt, in dem sie sich zum Gottesdienst zurückzog.

"Da nahm ihr Herr sie auf gütigste Art an und ließ sie auf schöne Weise heranwachsen und gab sie Zakariya zur Betreuung." (Quran 3:37)


Wunder im Leben Marias[Bearbeiten]

  • Maria wurde auf wundersame Weise reichlich mit Nahrung versorgt:
"Jedesmal, wenn Zakariya zu ihr in die Zelle [A 3]trat, fand er bei ihr Versorgung. Er sagte: „Oh Mariam, woher hast du das?" Sie sagte: „Es kommt von Allah; Allah versorgt, wen Er will, ohne zu berechnen." " (Quran 3:37)
  • Engel sprechen zu Maria:
"Und als die Engel sagten: „O Mariam, Allah hat dich auserwählt und dich rein gemacht und dich auserwählt vor den Frauen der (anderen) Weltenbewohner! O Mariam, sei deinem Herrn demütig ergeben, wirf dich nieder und verbeuge dich zusammen mit den sich Verbeugenden." " (Quran 3:42-43)


Maria als Vorbild an Frömmigkeit und Demut[Bearbeiten]

  • Allah hat Maria vor allen anderen Frauen auserwählt:
" Und als die Engel sagten: „O Mariam, Allah hat dich auserwählt und dich rein gemacht und dich auserwählt vor den Frauen der (anderen)Weltenbewohner! (*) O Mariam, sei deinem Herrn demütig ergeben, wirf dich nieder und verbeuge dich zusammen mit den sich Verbeugenden." (Quran 3:42 und 43)
  • Maria ist eine der vier besten Frauen im Paradies:

Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte:

„Die besten Frauen der Leute des Paradieses sind: Chadidscha, die Tochter Chuwailids, Fatima, die Tochter Muhammads, Maria, die Tochter Imrans und Asia, die Tochter von Muzahim, die Frau von Pharao.“ (Hadith sahih beiAhmad, An-Nasa' i und ähnlich bei At-Tirmidhi)
  • Mariam wird im Quran als Beispiel einer tugendhaften Frau erwähnt:
"Und (auch von) Mariam, 'Imrans Tochter, die ihre Scham unter Schutz stellte[A 4], worauf Wir in sie[A 5] von Unserem Geist einhauchten. Und sie hielt die Worte ihres Herrn und Seine Bücher[A 6], für wahr und gehörte zu den (Allah) demütig Ergebenen." (Quran 66:12)

Trotz ihrer besonderen Stellung in der islamischen Geschichte wird Maria nicht als unfehlbar gehalten - wie bei den Christen. Sie war eine rechtschaffene Dienerin Allahs.


Die Ankündigung der Geburt des Propheten Jesus[Bearbeiten]

Es waren Engel, die Maria die Geburt des Propheten Jesus (Friede sei mit ihm) ankündigten:

"Als die Engel sagten: „O Mariam, Allah verkündet dir ein Wort von Ihm, dessen Name al-Masih 'Isa (Jesus), der Sohn Mariams ist, angesehen im Diesseits und Jenseits und einer der (Allah) Nahegestellten. Und er wird in der Wiege zu den Menschen sprechen und im Mannesalter und einer der Rechtschaffenen sein." (*) Sie sagte: „Mein Herr, wie sollte ich ein Kind haben, wo mich (doch) kein menschliches Wesen berührt hat?" Er (, der Engel,) sagte: „So (wird es sein); Allah erschafft, was Er will. Wenn Er eine Angelegenheit bestimmt, so sagt Er zu ihr nur: ,Sei!' und so ist sie." (Quran 3:45-47)

Maria empfing Jesus, indem Allah ihr von seinem Geist einhauchte:

"Und (auch von) Mariam, 'Imrans Tochter, die ihre Scham unter Schutz stellte[A 7], worauf Wir in sie[A 8] von Unserem Geist einhauchten...." (Quran 66:12)

Maria zog sich daraufhin von ihren Angehörigen zurück, da sie die Reaktion ihrer Familie fürchtete. Die Schwangerschaft war für Maria als unverheiratete Frau eine große Prüfung.


Die Geburt Jesu[Bearbeiten]

Die Geburt Jesu wird in Sure Mariam wie folgt beschrieben:

"So empfing sie ihn und zog sich mit ihm zu einem fernen Ort zurück. (*) Die Wehen ließen sie zum Palmenstamm gehen. Sie sagte: „0h wäre ich doch zuvor gestorben und ganz und gar in Vergessenheit geraten!"" (Quran 19:22-23)

Nach der Geburt sprach Jesus zu seiner Mutter, indem er sagte:

" Da rief er ihr von unten her zu: „Sei nicht traurig; dein Herr hat ja unter dir ein Bächlein geschaffen. (*)Und schüttle zu dir den Palmenstamm, so lässt er frische, reife Datteln auf dich herabfallen.(*) So iss und trink und sei frohen Mutes'. Und wenn du nun jemanden von den Menschen sehen solltest, dann sag: Ich habe dem Allerbarmer Fasten gelobt, so werde ich heute mit keinem Menschenwesen sprechen."" (Quran 19:24-26)

Maria wurde bei der Geburt von Jesus nicht nur auf wundersame Art mit Nahrung versorgt, sondern ihr neugeborenes Baby sprach auch zu ihr. Sie wurde damit physisch und moralisch gestärkt.

Siehe auch die wundersame Geburt Jesu im Artikel "Jesus".


Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Imran, der Vater von Maria, war ein Nachfahre des Propheten David (Friede sei mit ihm).
  2. Zakariya war der Ehemann einer Tante von Maria mütterlicherseits
  3. Auch: im Raum des Allerheiligsten (im Tempel).
  4. d.h. die ihre Jungfräulichkeit wahrte
  5. d.h. in ihre Scham
  6. andere Lesart: Sein Buch/ Seine Schrift
  7. d.h. die ihre Jungfräulichkeit wahrte
  8. d.h. in ihre Scham


Quellen[Bearbeiten]