Dschilbab

Aus islam-pedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Dschilbab (arab.: جلباب) (Plural: Dschalaabiib) ist ein Frauengewand.

Sprachliche Bedeutung

In den arabischen Wörterbüchern wird der Dschilbab so erklärt:

1. Ein Obergewand, das weiter als der Chimar ist, mit dem die Frau den Kopf und den Oberkörper bedeckt, er gleicht der Miqna'a[1].

2. Ein den ganzen Körper umfassender Überwurf[2].

3. Ein Überwurf, der über der Kleidung getragen wird.

4. Ein weites Gewand, jedoch kleiner als die Milhafa (Überwurf)[3]

5. Er ist ein Synonym für den Chimar[4].

6. Das Bettlaken[5]

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es sich um einen weiten Überwurf handelt, der vom Kopf herab fällt, aber verschieden lang sein kann, er entspricht etwa dem, was heute als "Isdaal" bezeichnet wird, oder einem langen Chimar.

Der Begriff "Dschilbab" wird in der arabischen Dichtung oft im Sinne der Verhüllung verwendet, auch als Ausdruck der Bescheidenheit, Geduld und Askese, da man durch den Dschilbab den weltlichen Schmuck verhüllt.

Der Begriff "Dschilbab" im Quran

"O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Überzeugten, sie sollen etwas von ihrem Dschilbab über sich herunterziehen. Das ist eher geeignet, dass sie erkannt und so nicht belästigt werden. Und Allah ist Allvergebend und Barmherzig." (Sura 33:59)

Aus dem Vers geht hervor, dass es sich um einen Überwurf handelt, der den Kopf bedeckt und weit herabhängen soll.

Der Begriff "Dschilbab" in der Sunna

Von Umm 'Atiyya (möge Allah mit ihr zufrieden sein), dass der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und wahren) sagte:

"Sie soll ihre Gefährtin einen ihrer Dschilbabs zum Anziehen geben"
(Buchari Nr. 313, 338, 927, 1542, Muslim Nr. 1475)

Hiermit ist ein den ganzen Körper umhüllendes Gewand gemeint.

Von Aischa (möge Allah mit ihr zufrieden sein) im Hadith über die Verleumdung:

"(...) da bedeckte ich mein Gesicht mit meinem Dschilbab (...)."
(Buchari Nr. 3826, 4281, Muslim Nr. 4974)

Von Aischa (möge Allah mit ihr zufrieden sein) ist überliefert,

dass die Frau Rifa'as zum Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und wahren) ging, als ich bei ihm und Abu Bakr saß, sie sagte: "O Gesandter Allahs, ich lebte unter Rifa'a, doch er sprach die endgültige Scheidung aus, woraufhin ich Abdurrahman ibn Az-Zubair heiratete. Bei Allah, er besitzt nicht mehr - o Gesandter Allahs, als diese Fransen!" - wobei sie eine Franse ihres Dschilbabs ergriff (...)."

(Buchari 5346, 5620, Muslim 2588)

Von Aischa (möge Allah mit ihr zufrieden sein) ist überliefert:

"Die Reiter zogen an uns vorbei, als mit mit den Gesandten Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und wahren) im Ihram-Zustand waren. Wenn sie auf unserer Höhe ritten, ließ die eine unter uns ihren Dschilbab von ihrem Kopf über ihr Gesicht herabhängen, und wenn sie vorübergeritten waren, entschleierten wir es wieder."
(Abu Dawud 1562)

Quellen

  1. Ibn Manzur: Lisan al-'Arab, Wurzel: dsch-l-b, Ibn Sida, Al-Muchassas, S. 312
  2. Ibn Manzur: Lisan al-'Arab, Wurzel: dsch-l-b, Al-Faaiq fi gharib al-Hadith, Wurzel Dsch-l-b S. 297, Lughat al-Fuqaha, S. 165
  3. Ibn Manzur: Lisan al-'Arab, Wurzel: dsch-l-b
  4. Ibn Manzur: Lisan al-'Arab, Wurzel: dsch-l-b, Al-Faaiq fi gharib al-Hadith, Wurzel Dsch-l-b S. 297
  5. Ibn Manzur: Lisan al-'Arab, Wurzel: dsch-l-b, Ibn Sida, Al-Muchassas, S. 312