Schlacht von Siffin

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Schlacht von Siffin

Die Schlacht von Siffin fand zur Zeit des Khalifats Ali Ibn Abi Talib im Jahr 36 n.H. bis 37 n.H./657 n.Chr. in der Nähe des Euphrats statt.

Sie ereignete sich im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den Sahaba, der nach dem Tod des 3.Khalifen Uthman aufgetreten war. Eine Gruppe von Sahaba, unter ihnen der Statthalter von Syrien, Mu'awijja Ibn Abi Sufjan, ein Verwandter Uthmans, forderten die Verurteilung der Mörder des 3.Khalifen. Der Khalif Ali Ibn Abi Talib zögerte jedoch aufgrund der unruhigen Lage vor einem Vorgehen gegen die Aufständischen. Dies führte zu einem Bürgerkrieg (Fitna) zwischen den Sahaba.


Ali zog in der Folge mit einem großen Heer von Kufa aus nach Syrien. In An-Nahila schloss sich ihm Abdullah Ibn Abbas, der Gouverneur von Basra, mit seiner Armee an.

Auf der Seite Mu'awijjas kämpfte der Sahabi Amr Ibn al-As , der Eroberer von Ägypten, der wegen seiner Staatskunst berühmt war.

Nach anfänglichen Gefechten Ende 36 n.H. und langen Friedensverhandlungen gab der Khalif Ali am Abend des Monats Muharram im Jahre 37 n.H. seinem Heer den Befehl, die syrische Armee am nächsten Morgen anzugreifen.

Als der Sieg Alis nahegerückt schien, hefteten die syrischen Kämpfer Muawijjas Quran-Bücher an ihre Speere, sie riefen: "Dies ist das Buch Allahs des Allmächtigen, lasst es zwischen uns entscheiden. " Die Armee Alis weigerte sich, weiterzukämpfen.

Der Schiedsspruch von Siffin

Muawijja schlug vor, die Entscheidung einem Schiedsgericht zu überlassen. Jede Partei ernannte einen Richter, der nach dem Buche Allahs richten sollte, Mu'awijja ernannte Amr Ibn al-As, der Khalif Ali ernannte Abu Musa Al-Asch´ari. Die Richter wurden beauftragt, ein Urteil bis zum Monat Ramadan zu fällen.

Die Armeen zogen sich daraufhin vom Schlachtfeld zurück, mindestens 90.000 Muslime waren in der Schlacht gefallen.

Als der Khalif Ali versuchte, den Stämmen, die an der Schlacht teilgenommen hatten, die Entscheidung zu erklären, äußerten sich viele gegen einen Schiedsspruch und sie sagten, Ali hätte einer Regelung zugestimmt, die gegen den Geist des Islam sei. In der Folge spalteten sich die Anhänger des Khalifen Ali in zwei Gruppen: Die eine stand zum Abkommen, während die andere es als etwas Unreligiöses ansah.

Wieder zurück in der Hauptstadt Kufa war, erhob sich eine starke Gruppe gegen den Khalifen wegen des Abkommens. Die Gegner des Abkommens von Siffin wurden als die Chawaridsch bezeichnet.

Nach sechs Monaten erging der Schiedsspruch (arab. Tahkim). Die beiden Richter hatten sich darüber geeinigt, dass ein Dritter als Khalif gewählt werden sollte. Nachdem Abu Musa diese Entscheidung bekannt gegeben hatte, erklärte jedoch 'Amr Ibn al-'As, dass er Ali Ibn Abi Talib als nicht geeignet ansehe und für Mu'awijja plädiere. Der Schiedsspruch hatte keine Lösung gebracht und enttäuscht kehrten die Parteien zurück.

In der Folgezeit war Ali mit der Bekämpfung der Chawaridsch beschäftigt. Es gelang ihm nicht mehr, ein weiteres Heer gegen Muawijja anzuführen.

Quelle

Der Artikel beruht auf dem Buch:

Fazl, Ahmad (1982): Die rechtgeleiteten Kalifen, Islamische Bibliothek, ISBN:3-8217-0077-7