Gesandter (Rasul): Unterschied zwischen den Versionen

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== Die Aufgabe der Gesandten (arab. Rusul) ==
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== Die Aufgaben der Gesandten (arab. Rusul)<ref>Al-Aschqar, Dr. Umar Sulaiman Abdullah (2005): Al-Aqida fi dhau' al-Kitab wa as-Sunna - ar-Rusul wa ar-Risalat, Dar an-Nafa'is, Jordanien</ref> ==
  
  
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: ''„Sag (Oh Muhammad): Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und barmherzig.“''(Quran 3:31)  
 
: ''„Sag (Oh Muhammad): Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und barmherzig.“''(Quran 3:31)  
  
:'' „Die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten gerufen werden, damit er zwischen ihnen richte, besteht nur darin, dass sie sagen: „Wir hören und gehorchen." Das sind diejenigen, denen es wohl ergeht.“'' (Quran 24:51)  
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:'' „Die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten gerufen werden, damit er zwischen ihnen richte, besteht nur darin, dass sie sagen: „Wir hören und gehorchen." Das sind diejenigen, denen es wohl ergeht.“'' (Quran 24:51)
 
 
  
 
== Siehe auch ==
 
== Siehe auch ==

Version vom 21. Februar 2011, 17:32 Uhr

Gesandter (arab.: رسول, Rasul) ist ein von ALLAH auserwählter Mensch, der eine Offenbarung von IHM empfing und beauftragt wurde, diese öffentlich an die Menschen zu verkünden. Jeder Gesandte empfing im Gegensatz zu den Propheten eine Offenbarungsschrift. Auch ist jeder Gesandter automatisch ein Prophet.[1]


Die Aufgaben der Gesandten (arab. Rusul)[2]

Die Übermittlung der Offenbarung an die Menschen

Die Gesandten hatten zu allen Zeiten den Auftrag, das ihnen von Allah dem Erhabenen anvertraute Gut, die Offenbarung, an die Diener Allahs zu übermitteln.

„O du Gesandter, übermittele, was zu dir (als Offenbarung) von deinem Herrn herabgesandt worden ist!“ (Quran 5:67)

Dies erforderte großen Mut von Seiten der Gesandten. Die Gesandten werden im Quran als Menschen beschrieben, die niemanden fürchten außer Allah.

„die Allahs Botschaften übermitteln, Ihn fürchten und niemanden fürchten außer Allah. Und Allah genügt als Abrechner.“ (Quran 33:39)

Das Übermitteln der Botschaft Allahs kann auf folgende Weise geschehen:

a) Durch Verlesen des von Allah offenbarten Buches.

„Verlies, was dir vom Buch (als Offenbarung) eingegeben wird, und verrichte das Gebet….“ (Quran 29:45)

b) Durch Darlegung der Gebote und Verbote Allahs sowie sonstigen offenbarten Wissens.

c) Durch Erklärung der Bedeutung des offenbarten Buches.

„(Wir haben sie gesandt) mit den klaren Beweisen und den Büchern der Weisheit. Und Wir haben zu dir die Ermahnung hinabgesandt, damit du den Menschen klar machst, was ihnen offenbart worden ist, und auf dass sie nachdenken mögen.“(Quran 16:44)

Dabei liegt nur die Übermittlung der Botschaft Allahs in den Händen der Propheten, nicht aber der bei den Menschen damit erzielter Erfolg.

„…Und sag zu jenen, denen die Schrift gegeben wurde, und den Schriftunkundigen: „Seid ihr (Allah) ergeben (d.h. seid ihr bereit, den Islam anzunehmen)?" Wenn sie (Ihm) ergeben sind, dann sind sie rechtgeleitet. Kehren sie sich aber ab, so obliegt dir nur die Übermittelung (der Botschaft). Allah sieht die Menschen[A 1] wohl. „ (Quran 3:20)


Einladung zum Islam, d.h. an Allah zu glauben (i.S.von Iman) und ihn allein anzubeten

Die Gesandten forderten zu allen Zeiten die Menschen auf, der Einladung zum Islam zu folgen und sich Allah allein zu unterwerfen. Das Folgeleisten betrifft die inneren Glaubensüberzeugungen (Aqida), Worte, wie das Bekenntnis zum Tauhid, und Taten, wie der Gehorsam gegenüber dem Gesandten.

„Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten erweckt: „Dient Allah und meidet die falschen Götter." Unter ihnen gibt es manche, die Allah rechtgeleitet hat, und unter ihnen gibt es manche, an denen sich das Irregehen bewahrheitet hat. So reist auf der Erde umher und schaut, wie das Ende der Leugner war. „(Quran 16:36)
„Und Wir haben vor dir keinen Gesandten gesandt, dem Wir nicht (die Weisung) eingegeben hätten: „Es gibt keinen Gott außer Mir, so dient Mir!" (Quran 21:25)
„Gewiss, ich bin für euch ein vertrauenswürdiger Gesandter. * So fürchtet Allah und gehorcht mir." (Quran 26:107-108)

Verkündung froher Botschaft und Überbringung von Warnungen

„Wir senden die Gesandten nur als Verkünder froher Botschaft und als Überbringer von Warnungen….“ (Quran 18:56)

Dies betrifft sowohl das Diesseits als auch das Jenseits:

Frohe Botschaft im Diesseits:

„Wer rechtschaffen handelt, sei es Mann oder Frau, und dabei gläubig ist, den werden Wir ganz gewiss ein gutes Leben leben lassen. Und Wir werden ihnen ganz gewiss mit ihrem Lohn das Beste von dem vergelten, was sie taten.“ (Quran 16:97)
„Er sagte: „Geht alle fort von ihm. Einige von euch seien des anderen Feind. Doch wenn dann von Mir Rechtleitung zu euch kommt, dann wird derjenige, der Meiner Rechtleitung folgt, nicht irregehen und nicht unglücklich sein.“ (Quran 20:123)

…und im Jenseits:

„Dies sind Allahs Grenzen. Wer nun Allah und Seinem Gesandten gehorcht, den wird Er in Gärten eingehen lassen, durcheilt von Bächen[A 2], ewig darin zu bleiben; und das ist ein großartiger Erfolg. „ (Quran 4:13)

Warnung im Diesseits:

„Wer sich aber von Meiner Ermahnung abwendet, der wird ein beengtes Leben fuhren, und Wir werden ihn am Tag der Auferstehung blind (zu den anderen) versammeln.“ (Quran 20:124)
„Wenn sie sich also abwenden, dann sag: Ich warne euch vor einem Donnerschlag gleich dem Donnerschlag der 'Ad und der Tamud"(Q„uran 41:13)

… und im Jenseits:

„Wer sich aber Allah und Seinem Gesandten widersetzt und Seine Grenzen überschreitet, den lässt Er in ein Feuer eingehen, ewig darin zu bleiben; und für ihn gibt es schmachvolle Strafe. „ (Quran 4:14)

Diese Methode, die auch bei der Da'wa angewendet werden sollte, berücksichtigt die Natur des Menschen, der das Gute für sich selbst anstrebt und versucht, das Schlechte zu meiden.


Wiederbelebung und Läuterung der Seelen der Menschen

Allah der Barmherzige sandte seine Offenbarung zu den Menschen, um damit ihre Seelen wiederzubeleben und sie mit Licht zu erfüllen.

„Und ebenso haben Wir dir Geist von Unserem Befehl[A 3] (als Offenbarung) eingegeben. Du wusstest (vorher) weder, was das Buch noch was der Glaube ist; doch haben Wir es zu einem Licht gemacht, mit dem Wir rechtleiten, wen Wir wollen von Unseren Dienern. Und du leitest ja wahrlich zu einem geraden Weg,“ (Quran 42:52)

Allah der Erhabene führt damit die Menschen aus der Dunkelheit ans Licht.

„Allah ist der Schutzherr derjenigen, die glauben. Er bringt sie aus den Finsternissen heraus ins Licht…“ (Quran 2:257)

Zu diesem Zweck schickte er die Gesandten:

„Und Wir sandten ja bereits Musa mit Unseren Zeichen: „Bringe dein Volk aus den Finsternissen hinaus ins Licht, und erinnere sie an die Tage Allahs (oder: ermahne sie mit den Tagen Allahs)." Darin sind wahrlich Zeichen für jeden sehr Standhaften und sehr Dankbaren.“ (Quran 14:5)

Die Gesandten erfüllten diese Aufgabe, indem sie die Menschen über ihren wahren Herrn, seine Namen und Eigenschaften, und die übrigen Iman-Inhalte aufklärten.

„Er ist es, Der unter den Schriftunkundigen einen Gesandten von ihnen hat erstehen lassen, der ihnen Seine Zeichen verliest, sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt, obgleich sie sich ja zuvor in deutlichem Irrtum befanden.“ (Quran 62:2)


Das Richtigstellen von falschen Vorstellungen und Glaubensinhalten

Die Menschen hatten ursprünglich eine gesunde geistige Veranlagung (arab. Fitra), die sie veranlasste, Allah alleine als ihren Herrn anzubeten und ihm keine Teilhaber zur Seite zu stellen. Mit der Zeit wurden die Menschen jedoch uneinig und vertraten verschiedene Meinungen diesbezüglich. Daher sandte Allah der Erhabene Gesandte, die sie wieder zum richtigen Glauben (i.S.v. Iman), d.h. auf den geraden Weg, zurückbringen sollten.

„Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Dann schickte Allah die Propheten als Verkünder froher Botschaft und als Überbringer von Warnungen und sandte mit ihnen die Bücher mit der Wahrheit herab, um zwischen den Menschen über das zu richten, worüber sie uneinig waren. „ (Quran 2:213)

„ die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft“ – was Fragen des Iman, des Tauhids und der gottesdienstlichen Handlungen betraf.

Jeder Gesandte rief sein Volk dazu auf, auf den „geraden Weg“ zurückzukehren. Dazu musste er jeweils die vorherrschenden abgeirrten oder falschen Vorstellungen seiner Zeit und in seinem Wirkungskreis korrigieren. Diese waren sehr unterschiedlich (siehe dazu die verschiedenen Prophetenbiographien).


Ausräumen jeglicher Ausreden am Tage des Gerichts

Allah schickte die Gesandten, damit die Menschen am Tage des Gerichts keinen Vorwand oder keine Ausrede für ihr ablehnendes Verhalten haben werden.

„Und (Wir sandten) Gesandte[A 4], …*Gesandte als Verkünder froher Botschaft und als Überbringer von Warnungen, damit die Menschen nach den Gesandten kein Beweismittel gegen Allah haben. Und Allah ist Allmächtig und Allweise.“ (Quran 4:164-165)

Ansonsten würden die Menschen am Tage des Gerichts womöglich einwenden: Wie kannst du uns bestrafen und ins Feuer eintreten lassen, obwohl du niemanden geschickt hattest, um uns zu erklären, was du von uns erwartest?

„Hätten Wir sie vor ihm (d.h vor Muhammad) durch eine Strafe vernichtet, hätten sie fürwahr gesagt: „Unser Herr, hättest Du doch einen Gesandten zu uns gesandt, so dass wir Deinen Zeichen hätten folgen können, bevor wir erniedrigt und in Schande gestürzt würden!" (Quran 20:134)

Am Tage des Gerichts wird Allah der Erhabene alle Menschen versammeln und für jede Gemeinschaft wird es einen Gesandten geben, der bezeugt, dass sie die Botschaft Allahs erreichte. Damit wird ihnen jede Ausrede genommen.

„Aber wie (wird es sein), wenn Wir von jeder Gemeinschaft einen Zeugen bringen und dich über diese da als Zeugen bringen? * An jenem Tag hätten es diejenigen gern, die ungläubig waren und sich dem Gesandten widersetzten, wenn sie gleich der Erde wären. Und sie werden vor Allah keine Aussage verheimlichen.“ (Quran 4:41-42)

Denjenigen, die den Gesandten nicht folgten, bleibt nichts anderes übrig, als ihr Unrecht zu bekennen, wenn sie im Diesseits eine Strafe trifft.

„Sie sagten: „0 Wehe uns! Wir pflegten ja Unrecht zu tun."“ (Quran 21:14)

Am Tage der Auferstehung werden diejenigen, die den Gesandten nicht folgten, gefragt, ob denn kein Warner zu ihnen gekommen sei.

„Sie werden sagen: „Ja doch, zu uns kam bereits ein Warner; aber wir haben (ihn) der Lüge bezichtigt und gesagt: „Allah hat nichts offenbart; ihr befindet euch nur in großem Irrtum.“" * Und sie werden sagen: „Hätten wir nur gehört und begriffen, wären wir (nun) nicht unter den Insassen der Feuerglut." * So werden sie ihre Sünde bekennen." (Quran 67:9-11)

Und wenn sie im Feuer der Hölle sind werden sie ein weiteres Mal gefragt:

„Sie sagen: „Pflegten nicht doch eure Gesandten mit den klaren Beweisen zu euch zu kommen?" Sie sagen: „Ja, doch!" Sie sagen: „So ruft an." Aber das Anrufen der Ungläubigen geht bestimmt verloren'.“ (Quran 40:50)


Das Führen der Umma

Diejenigen, die dem Aufruf der Gesandten folgten, stellten eine Gemeinschaft dar, die einen Leiter benötigte, um sie zu führen und ihre Angelegenheit zu regeln. Dies war eine weitere Aufgabe der Gesandten zu ihren Lebzeiten. Sie leiteten die Gemeinschaft und urteilten zwischen den Menschen mit Allahs Urteil:

„…So richte zwischen ihnen nach dem, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen entgegen dem, was dir von der Wahrheit zugekommen ist….“ (Quran 5:48)
„O Dawud, Wir haben dich zu einem Statthalter (auch: Nachfolger) auf der Erde gemacht. So richte zwischen den Menschen der Wahrheit entsprechend und folge nicht der Neigung, auf dass sie dich nicht von Allahs Weg abirren lässt, denn für diejenigen, die von Allahs Weg abirren, wird es strenge Strafe dafür geben, dass sie den Tag der Abrechnung vergessen haben." (Quran 38:26)

Die Propheten der Juden leiteten ihre Umma anhand der Tora. In einem Hadith heißt es:

„Die Propheten führten die Banu Israil; jedes Mal, wenn ein Prophet starb (wörtl. umkam), folgte auf ihn ein Prophet.“ (Hadith bei Muslim und Buchari)
"Gewiss, Wir haben die Tora hinabgesandt, in der Rechtleitung und Licht sind, womit die Propheten, die sich (Allah) ergeben hatten, für diejenigen, die dem Judentum angehören, walten, und so auch die Leute des Herrn und die Gelehrten, nach dem, was ihnen von der Schrift Allahs anvertraut worden war [A 5]und worüber sie Zeugen waren[A 6]. So fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet Mich. Und verkauft Meine Zeichen nicht für einen geringen Preis! Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen.“ (Quran 5:44)

Die Gesandten führten diese Aufgabe im Gehorsam gegenüber Allah aus. Daher lässt sich sagen, dass, wer den Gesandten gehorcht, auch Allah gehorcht.

„Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah, und wer sich abkehrt, - so haben Wir dich nicht als Hüter über sie entsandt. „ (Quran 4:80)

Nur durch diesen Gehorsam erreicht der Muslim die Zufriedenheit und Liebe Allahs.

„Sag (Oh Muhammad): Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und barmherzig.“(Quran 3:31)
„Die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten gerufen werden, damit er zwischen ihnen richte, besteht nur darin, dass sie sagen: „Wir hören und gehorchen." Das sind diejenigen, denen es wohl ergeht.“ (Quran 24:51)

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Wörtl. die (d.h.seine) Diener.
  2. Wörtl.: unterhalb derer Flüsse strömen
  3. Auch: von unserer Angelegenheit
  4. Auch: wir offenbarten Gesandten
  5. Oder: soweit ihnen die Schrift anvertraut worden war
  6. Oder: Sie waren Zeugen darüber

Quellen

  1. Zaidan, Amir M. A. (2000): At-Tafsir. Eine philologisch, islamologisch fundierte Erläuterung des Quran-Textes. , ADIB-Verlag, Offenbach
  2. Al-Aschqar, Dr. Umar Sulaiman Abdullah (2005): Al-Aqida fi dhau' al-Kitab wa as-Sunna - ar-Rusul wa ar-Risalat, Dar an-Nafa'is, Jordanien