Muslim werden

Aus Islam-Pedia

Wechseln zu: Navigation, Suche

Wenn man zum Islam konvertieren will und somit ein Muslim (Gottergebener) werden will, muss man die Schahada, das Islam-Bekenntnis, mit Überzeugung sprechen. Außerdem sprechen Muslime die Schahada mehrmals täglich im Gebet:

"Aschhadu an la Ilaha illal-Lah wa aschhadu anna Muhammadan rasul-lallah"
Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer ALLAH (dem einen und einzigen Gott), und ich bezeuge, dass Muhammad ALLAHs Gesandter ist!


Inhaltsverzeichnis

Wie wird man ein/e Muslim/Muslima? [1]

Zum Islam zu konvertieren ist sehr einfach. Jeder kann konvertieren, der von der Wahrheit des Islam überzeugt ist, egal wie alt man ist, egal welche Nationalität und Hintergründe man hat.

Folgendes muss man tun, um zum Islam überzutreten:


1. Ein Kafir (Nichtmuslim), der Muslim werden möchte, spricht das Islam-Bekenntnis, die Schahada:

"Aschhadu an la Ilaha illal-Lah wa aschhadu anna Muhammadan rasul-lallah"
Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer ALLAH (dem einen einzigen Gott) gibt und ich bezeuge, dass Muhammad ALLAHs Gesandter ist!

Dies soll bewusst geschehen und man muss diese Aussage beherzigen und keine Worte hinzufügen bzw. Handlungen begehen, die der Schahada zuwiderlaufen bzw. widersprechen.

Somit tritt man in den Islam über.

In einem Hadith sagte der Gesandte ALLAHs (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm):

Wer stirbt, während er weiss, dass es keinen Gott außer ALLAH gibt, geht in die Dschannah (Paradies). (Ü. v. Muslim)


2. Nun reinigt man den Körper mit einer rituellen Ganzwaschung, dem Ghusl.

3. Man muss desweiteren allgemein den Quran und die Sunna als Grundlage des Islam aufrichtig aus Überzeugung anerkennen.

4. Man muss die Verpflichtung zur Ausübung der gottesdienstlichen Handlungen und die Verpflichtung zur Beachtung aller anderen Gebote aufrichtig anerkennen, auch wenn man diese Gebote und gottesdienstlichen Handlungen noch nicht vollständig kennt bzw. noch nicht korrekt praktizieren kann.

5. Man muss sich bemühen, den Islam in der Folgezeit so gut wie möglich kennenzulernen und seine Gebote möglichst zu erfüllen. Das erste womit man beginnen muss ist, das Gebet zu erlenen. Das Gebet ist die wichtigste Säule des Islam und macht einen Muslim überhaupt aus. Anschließend lernt man über das Spenden, das Fasten, vertieft sein Wissen in der Aqida, und lernt über die islamischen Charaktereigenschaften (Achlaq).

6. Neben der Verrichtung aller gottesdienstlichen Handlungen, muss man auch die gesamte Lebensführung im Einklang mit den Geboten ALLAHs ausrichten.

7. Ziel jedes Muslims ist das Streben nach Vervollkommnung seines Imans (Überzeugung) in Wort und Tat, weil es wichtig ist um das Wohlgefallen ALLAHs zu erlangen. Dies geschieht durch

  • den Erwerb von Wissen,
  • die praktische Umsetzung der Gebote und Gottesdienste, und
  • das häufige Gedenken ALLAHs und seine Lobpreisung, was der höchste Gottesdienst ist.


Braucht man für die Konversion Zeugen?

Um zum Islam konvertieren zu können, braucht man keine Zeugen. ALLAH und Seine Engeln reichen als Zeugen völlig aus. Man kann also auch alleine in seinen vier Wänden zum Islam konvertieren, indem man das Islam-Bekenntnis, die Schahada, aus Überzeugung mit aufrichtiger Absicht zu konvertieren, ausspricht. Nachdem man alleine konvertiert ist, kann und sollte man am besten auch formal und offiziell vor zwei muslimischen Zeugen das Islam-Bekenntnis in einer Moschee sprechen. Denn der Islam ist eine Religion der Gemeinschaft. Die zweite offizielle Konversion ist notwendig um eine offizielle Urkunde über die Konversion zu erhalten. Diese wird man benötigen wenn man die Hadsch vollziehen möchte.


Braucht man eine offizielle Urkunde der Konvertierung?

Wenn man zum Islam konvertiert, wäre es ratsam dies auch zusätzlich offiziell in einer Moschee vor Zeugen zu machen, damit einem eine Urkunde der Konvertierung ausgehändigt wird. Denn die Urkunde wird man benötigen wenn man die Hadsch vollziehen möchte.

Auch ist so eine Urkunde hilfreich wenn man stirbt und als Muslim begraben werden möchte. Diese sollte man dann besser immer bei sich tragen, oder zumindest etwas anderes schriftliches, wie z.B. der Eintrag in einem Taschenkalender oder ähnliches, dass man bei Tod als Muslim begraben werden möchte. Wer im Falle eines Todes jedoch ganz sicher gehen möchte, sollte mit einem Notar ein Testament aufsetzen, praktischerweise kann dann auch gleich festgehalten werden, dass nach islamischen Recht das Erbe verteilt wird.


Muss man einen neuen Namen wählen?

Für die Konversion braucht man keinen neuen Namen anzunehmen. Nur in einigen wenigen Fällen wird dazu geraten, wenn man z.B. einen eindeutig unislamischen Namen hat wie "Christian", "Christina" etc. Viele möchten gerne einen zustäzlichen "islamischen" Namen wählen, weil es auch ein neuer Abschnitt in ihrem Leben ist. Hier muss erstmal gesagt werden, dass ein arabischer Name nicht zwingend islamisch sein muss und dass der Islam keine Religion für die Araber ist, sondern eine Religion für alle Menschen. Daher sind alle Namen islamisch, egal welcher Nationalität, wenn sie nicht gegen die islamische Lehre verstoßen.

Wenn man dennoch gerne einen arabischen Namen wählen möchte, so kann man sich natürlich einen auswählen. Wenn man in einer Moschee konvertiert und noch keinen Namen ausgewählt hat, schlagen einige manchmal einen Namen vor. Man sollte sich jedoch nicht überrumpeln lassen und die Wahl des Namen lieber auf später verschieben.

Der neue Name wird nicht automatisch in die Dokumente eingetragen, außer man beantragt ganz offiziell eine Namensänderung und das ist nicht einfach. Es besteht aber teils die Möglichkeit sich dies als Zweitnamen eintragen zu lassen, was auch nicht immer leicht ist. Allerdings ist es im Grunde ebenfalls nicht notwendig, dass man den Namen offiziell ändern muss.


Sind die eigenen Kinder auch automatisch Muslime wenn man konvertiert?

Jedes Kind ist vor Gott bis zur Pubertät ein Muslim (Gottergebener). D.h. jedes Kind wird als Muslim geboren. Erst die Eltern machen aus einem Kind einen Christen, Juden, oder einen Anhänger einer anderen Religion. Wenn man konvertiert und die eigenen Kinder sind noch sehr jung und haben noch nicht die Pubertät erreicht, so sind sie ohnehin noch Muslime und man kann ihnen nun den Islam beibringen, damit sie auch nach der Pubertät überzeugte Muslime bleiben. Haben sie jedoch schon die Pubertät erreicht oder sind älter, so sind sie nur dann Muslime, wenn sie zum Islam konvertieren.


Eltern und Familienmitglieder über die Konvertierung informieren

Konvertierte haben es nicht leicht. Familienmitglieder der Konvertierten haben oft Vorurteile gegenüber den Islam und daher trauen sich Islaminteressierte ihrer Familie nicht mitzuteilen, dass sie konvertieren möchten, bzw. dass sie konvertiert sind. Auch die Erfahrung, dass nichtmuslimische Eltern den Kontakt zum konvertierten Kind abbrechen und das Kind aus dem Haus rausschmeißen macht den Konvertierten Angst. Dies ist auch nicht selten ein Grund weshalb auch einige die Konversion lange Zeit vor sich hin schieben.

Grundsätzlich muss jeder für sich selbst entscheiden und einschätzen wann und wie man der Familie, insbesondere den Eltern, die Neuigkeit mitteilt. Es gibt auch sicherlich Eltern die eher neutral oder positiv auf die Konversion reagieren. Es muss nicht immer eine negative Reaktion erfolgen.

Vorher sollte man ALLAH um Beistand und Hilfe bitten, und ALLAH bitten, dass ER das Herz der Eltern für den Islam öffnet. Denn wenn ALLAH will, werden die Eltern eher sogar Interesse am Islam zeigen und zumindest versuchen wollen die Vorurteile abzubauen und Verständnis für das Kind zu zeigen.

Den Islaminterssierten raten wir, während der Zeit in der sie sich mit dem Islam beschäftigen die Familienmitglieder darüber zu informieren, dass man sich gerade mit dem Islam beschäftigt und für den Islam interessiert. So können die Familienmitglieder wenigstens darauf vorbereitet werden, für den Fall dass es zur Konversion kommt, und können sich darauf einstellen. Denn meistens reagieren sie deswegen eher negativ, weil man sie mit der Nachricht der Konversion plötzlich überrascht und sie darauf nicht vorbereitet waren.

Wenn man jedoch schon ohne das Wissen der Eltern konvertiert ist, so sollte man nicht all zu lange warten den Eltern dies mitzuteilen. Man sollte sie jedoch auch nicht vor den Kopf stoßen, sondern erst langsam mit dem Thema Islam beginnen und mitteilen, dass man sich sehr viel damit beschäftigt. Einige Zeit später, wenn man ausführlich mit ihnen über den Islam gesprochen hat, kann man ihnen dann die Entscheidung zur Konversion mitteilen.

Den Frauen wird empfohlen ihren Eltern und Familienmitgliedern die Nachricht über die Konversion mitzuteilen bevor man sich entschließt zu heiraten, denn sonst vermutet man, dass man nur wegen dem Mann konvertiert ist, obwohl viele Frauen vorher konvertieren bevor sie überhaupt einen Muslim bezüglich Heirat kennen lernen.

Auch wenn die Eltern anfangs gegen einer Konversion sind und mit der neuen Situation nicht klar kommen, so werden sie es früher oder später akzeptieren. Auch werden sie erkennen, dass ihr Kind das zum Islam konvertiert ist, sie noch mehr liebt als vorher und sie noch besser behandelt als früher, weil es im Islam Pflicht ist, dass man seine Eltern ehrt und sehr gut behandelt. Wenn sie diese positive Veränderung bemerken und dass sich der Charakter ihrer konvertierten Tochter oder Sohnes nur zum guten geändert hat, so werden sie im Laufe der Zeit ihre Vorurteile gegenüber den Islam abbauen inschaALLAH. Man muss ihnen nur Zeit geben und geduldig dabei bleiben sie über den Islam aufzuklären.


Geschichten von Konvertierten

Auf dem Weg zur Konversion können die Geschichten und Erfahrungen von Konvertierten helfen.


Was soll man mit Gegenständen aus der alten Religion (z.B. Kreuz) tun?

Man sollte alles was mit Schirk (Götzendienst) zu tun hat entsorgen. Dazu gehört auch das Kreuz, sowie Bilder und Skulpturen von Jesus und Maria und ähnliche Dinge. Diese zu verschenken oder zu verkaufen ist jedoch verboten, da man so sonst den Kufr unterstützt. Die Bibel bzw. die Thora sollte man jedoch besser behalten und nicht wegschmeißen. Es ist nicht verboten diese zu besitzen und zu lesen. Auch kann man sie zu Da'ua-Zwecken nutzen.

Quellen

  1. Zaidan, Amir M. A. (1999): Al-'Aqida, Einführung in die Iman-Inhalte, ADIB-Verlag, Offenbach, 2. neubearbeitete und erweiterte Auflage, ISBN 3-934659-00-4
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen
  • Artikel hinzufügen
  • Hilfe zu Sammlungen